11.0117:48 Uhr
Christian und Christoph sind 23 und Kuratoren einer Ausstellung. Wie das ist, erzählen sie hier.
Im Rahmen ihrer Wandergalerie „Galeria Autonomica“ veranstalten die beiden 23-jährigen Studenten Christian Minke und Christoph Pankowski am Donnerstagabend im Münchner Glockenbachviertel die 48-Stunden-Austellung „Kampfsporthose mit Bündchen: Kulturrevolution“ (Reichenbachstraße 38). Ihr Ziel: Street Art soll salonfähig werden und jungen, unbekannten Künstlern die Chance gegeben werden, sich ungehemmt und professionell zu präsentieren. Hier erzählen die beiden, was sie zu „wilden Avantgarde-Galeristen“ gemacht hat.
„Christian und ich kennen uns noch aus der gemeinsamen Schulzeit in Wetzlar. Er studiert jetzt Soziale Arbeit in Fulda und ich mache in München eine Ausbildung zum Eventmanager. Die Idee zu unserem gemeinsamen Projekt ist 2008 während der Kulturtage Wetzlar entstanden, an denen wir beide jedes Jahr hobbymäßig beteiligt sind. Christian, selbst malend und austellend – ganz der chaotische Künstlertyp – und ich, das Organisationstalent. Als uns klar wurde, wie gut das zusammenpasst, mieteten wir einen Raum und nannten ihn „Galerie Gedankenfreiheit“. Wichtig war uns vor allem das Ausstellen von Street- und Urban-Art, junger Kunstformen, die noch wenig etabliert im Kunstbewusstsein der meisten Menschen sind. Aus der „Galerie Gedankenfreiheit“ wurde schnell die „Galeria Autonomica“. Unsere Unabhängigkeit zeigt sich darin, dass wir uns weder sponsern, noch von jemandem reinreden lassen. Wir sind auch nicht vorrangig an finanziellem Profit interessiert. Wir wollen einfach nur erreichen, dass mehr Menschen ein Bewusstsein für ihre Kreativität bekommen. Straßen- und Untergrundkunst muss endlich salonfähig werden. Projekte, die sich mit dieser Kunstform beschäftigen, kennt man zur Genüge aus Städten wie Berlin oder Hamburg. Wir möchten, dass unser Projekt für München aber noch eine andere Bedeutung hat: Wir sprechen ja nicht umsonst von einer Kulturrevolution! Die Galerieszene ist hier noch extrem spießig. Die Untergrundkunst soll auch an diesem Ort endlich Raum bekommen und ernst genommen werden. Im November fand in München die erste europäische Messe für Urban Art, genannt „Stroke#1“, statt. Es war ein Erfolg und wir bleiben jetzt am Ball, weil wir wollen, dass sich in der Kunstszene dauerhaft etwas ändert. Unser 48-Stunden-Projekt soll daher eine flashartige Veranstaltung werden, die einer breiten Masse nochmals zeigt: Das gibt es im Untergrund an hochwertiger Kunst zu entdecken. Wir erhoffen uns von den Münchnern natürlich nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch mutige Investitionsbereitschaft. Denn die Zielgruppe der Urban Art ist bisher noch die Gesellschaftsschicht mit dem geringsten Einkommen. Auf der „Stroke#1“ hat man gemerkt, dass der Münchner, im Gegensatz zum Berliner, auch mal, ohne erst siebenmal darüber nachzudenken, sagt: „Gefällt mir, kaufe ich!“ Wer bei uns etwas verkauft, gibt unserer Galerie auch einen Anteil von seinem Verdienst. Das muss so sein. Denn wir finanzieren unser Projekt allein aus unserer Galeriekasse oder der Unterstützung aus dem Freundeskreis. Dabei hilft uns auch unser inzwischen weltweites Kontaktnetzwerk. Den Raum in der Reichenbachstraße beispielsweise bekamen wir durch einen Bekannten, den wir auf der „Stroke#1“ kennenlernten. Manchmal taucht die Kritik auf, dass der Charme, der die Street- und Untergrundkunst an sich erst ausmacht, durch das saubere Austellen in einer Galerie verloren geht. Ganz im Gegenteil sind wir der Meinung, dass es eher hilft, diesen Charme der Masse überhaupt erst verständlich zu machen. Besucher bekommen diese Urban Art jetzt „sauber“ und seriös präsentiert. Sie merken so vielleicht: Das ist ja gar keine Schmiererei, da steckt in Wahrheit viel mehr dahinter. Vor kurzem kam ein Junge mit seinen Zeichnungen in unser Atelier, hingekritzelt auf einen einfachen Collegeblock. Wir schlugen ihm vor, sich auf anderen Malgründen auszuprobieren. Ein paar Wochen später stellten wir ihn aus. Auch 50- bis 60-jährige Künstler bringen ihre Werke in unsere Galerie. Das ist dann schon ein sehr seltsames Gefühl, wenn wir als 23-Jährige plötzlich Persönlichkeiten mit viel mehr Lebenserfahrung vor uns sitzen haben, die uns dann auch noch fragen, ob wir Interesse an ihren Arbeiten haben. Als nebenberufliche Tätigkeit ist das eigentlich kaum noch zu bewältigen. Jetzt warten wir aber erst einmal, bis ich mit der Ausbildung, und Christian mit dem Studium fertig ist. Vielleicht ist es uns sogar irgendwann möglich, von unserem Projekt zu leben.
Protokoll: Mercedes Lauenstein
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17.03
ich habe kein mitleid mit profilierungssüchtigen juristen aller couleur, aber, jetzt noch einmal, auch ganz ehrlich, was ist das für ein sch#*$ kommentar: der hat da nix drin verloren, weil: zu wenig haare? zu alt? zu spießig? für dich und die coole posse im super-cafe am hochheisl? wenn irgendjemand draussen bleiben muss, weil er hacke ist oder aggressiv, kein thema, nur zu unterstützen. wenn selbst vor stinklangweiligen bars irgendwelche cerberusse mit zweistelligem IQ 'ihr' publikum nach raster sortieren: merci. bestätigt eigentlich nur wieder viele vorurteile über diese fade stadt, fad zumindest was ihr nachtleben angeht. nein, jetzt kommt kein berlin vergleich.
16.03
Oh ja, bayerisch ist chic, vorallem im Münchner Nachtleben oder auf der Wiesn. Am Besten find ich immer noch den Ausspruch "Aufi gehts!" wenn ein eindeutig Nicht-Bayer versucht zu sagen "Auf gäds!" ;-)
16.03
DA haben wir die pappnase. also ganz ehrlich, im café am hochhaus hat DER nix verloren... http://www.abendzeitung.de/muenchen/170043
16.03
ohje. das is sicher so einer, der sich ne wohnung kauft am gärtnerplatz und dann rummeckert, weil ihm da zu viele leute sind, die lärm machen und ihn in seiner nachtruhe störten. ich hoffe, er liest das hier und die kommentare. ein armer irrer, in der tat. sollte einer ein photo haben, bitte posten. das wird dann an alle türsteher in münchen verteilt, und KEINER soll diesen aggro typen jemals wieder irgendwo reinlassen.
15.03
Kickern im Kafe Marat ist ja zum Glück gratis, wie auch sonst kein Konsumzwang besteht!
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